Leckerlies aus dem Dörrautomat

Ein eigener Dörrautomat um Leckerlies und Kausnacks für den eigenen Hund herzustellen? Macht das Sinn oder ist das nicht vielleicht völlig übertrieben?

Nicht nur Hundebesitzer, die ihre Lieblinge barfen, hinterfragen immer häufiger kritisch die Inhaltstoffe herkömmlicher Leckerlies. Die Nachfrage nach gesunden Leckereien und Belohnungshäppchen wächst. Wer den eigenen Hund barft, sein Futter also sowieso schon selbst herstellt, kann genauso gut die Leckerlies für den Hund selbst machen. Das gleiche gilt natürlich auch für alle anderen Hundehalter, deren Tiere anderes Futter bekommen.

Wenn es darum geht, Leckerlies für Hunde selbst zu machen, gibt es dabei zwei aktuell weit verbeitete Möglichkeiten:
Leckerlies backen oder aber dörren.

Unsere Alltagsleckerlies für Yuna backe ich selbst, hierzu wird es demnächst auch noch einen Artikel mit meinem Lieblingsrezept geben. In diesem Artikle geht es aber erstmal um das Dörren für Hunde.

Leckerlies aus dem Dörrautomat

Getrocknete Kaustreifen und Snacks sind beliebte Leckerlies für Hunde. Und es gibt sie überall zu kaufen. Weshalb also sollte man sich die Mühe machen, diese Snacks selbst herzustellen. Und sich dafür extra einen Dörrautomaten anschaffen?

In den letzten Jahren gab es immer mal wieder Berichte darüber, dass vor allem billige fertig gekaufte Trockenfleisch Snacks aufgrund der Trocknungsart gesundheitsschädlich sein können.
Hinzu kommt, das selbst scheinbar einfache getrocknete Fleischsstücke sehr häufig irgendwelche Zusatzstoffe, Konservierungs- oder gar Farbstoffe enthalten. Gerade bei allergischen Hunden, kann dies sehr problematisch werden.
Yuna beispielsweise reagiert auf die meisten Trockenfleischstreifen, die in Streifenform gebracht verpackt sind. Die also irgendwie behandelt wurden, um die Haltbarkeit zu verlängern, die gewünschte Form zu bekommen und die Farbe des Trockenfleisches möglichst schön zu erhalten. Da nicht alle Zusatzsstoffe von der Deklarationspflicht betroffen sind, also nicht alles auf der Verpackung stehen muss, verzichten wir inzwischen komplett auf solche fertig abgepackten Kaustreifen.
Damit der arme Hund trotzdem Dörrfleisch bekommen kann – und um etwas Abwechslung in den Leckerlie-Speiseplan des Allergikerhundes zu bekommen – habe ich mir vor einiger Zeit einen Dörrautomaten gegönnt, um die Kausnacks selbst herstellen zu können.

Ein eigener Dörrautomat – ist das nicht teuer?

Ein Dörrautomat selbst ist inzwischen für wirklich kleines Geld zu bekommen. Einsteigermodelle, wie den Clatronic Dörrautomaten*, gibt es bereits für 30€. Solche Dörrautomaten findet man auch regelmäßig als Angebote der bekannten Lebensmitteldiscounter.
Nach oben sind den Preisen natürlich keine Grenzen gesetzt.
Ich würde dir empfehlen, beim Dörrautomat nicht das allergünstigste Gerät zu nehmen. Zum einen gehen diese billigen Geräte oft schnell kaputt, die Trockenebenen verziehen sich schnell oder reißen. Zum anderen haben die sehr günstigen Dörrgeräte oft eine sehr geringe Leistung. Diese liegt oft im Bereich von 250Watt. Um Fleisch zu dörren ist das eigentlich zu wenig. Die Wärme schafft es aufgrund der geringen Lüfterleistung teilweise nicht, sich im kompletten Gerät zu verteilen, sodass man die Ebenen immer wieder tauschen muss, um das ganze Dörrgut gleichmäßig zu trocknen. Dazu kommt, das die Geräte trotz ihrer geringen Leistung oft verhältnismäßig laut sind.
Wenn du dich für den Kauf eines Dörrautomaten entscheidest, dann würde ich dir also empfehlen ein wenig mehr zu investieren – und dir damit von Anfang an jede Menge Frust zu ersparen.

Meine Empfehlung: Dörrautomat Klarstein Bananarama

Ich habe mich nach einiger Recherche für den Klarstein Bananarama* entschieden. Und kann diesen Dörrautomaten definitiv guten Gewissens weiterempfehlen. Mit einem Preis von 65€ gehört er zu den günstigen Geräten. Dafür aber mit super Leistung.
Bei einer Umfrage, in einer Facebookgruppe zum Thema, welche Dörrgeräte für das dörren von Leckerlies genutzt werden, lag der Bananarama mit 54 Stimmen, ganz klar vor allen anderen, die maximal 19 Stimmen hatten.

Klarstein Bananarama auf Amazon – Werbung*


Einziges „Manko“ dieses Dörrautomaten sind die Ebenen aus Plastik. Generell werden eher Trockenebenen aus Metall empfohlen, da diese langlebiger und lebensmittelecht sind. Für mich waren die Plastikebenen bisher kein Problem. Der Dörrautoamt ist bei uns allerdings auch nicht im Dauereinsatz.
Wenn du planst sehr viel zu dörren und das Gerät ständig im Einsatz hast, wäre ein Dörrautomat mit Metalleinsätzen möglicherweise die bessere Wahl. Solche Metalleinsätze hat beispielsweise der Klarstein Fruit Jerky*, der allerdings auch schon 120€ in der Anschaffung kostet.

Wieviel kosten die Leckerlies aus dem Dörrautomaten?

Wie viel kosten selbst gemachte Leckerlies aus dem Dörrautomat?

Neben den Anschaffungskosten verursacht das selber dörren der Leckerlies natürlich auch Kosten. Du brauchst das Fleisch und der Dörrautomat braucht für den Dörrvorgang natürlich Strom.
Das Dörren von Fleischsstreifen dauert, je nach Dicke und Fettgehalt des Fleisches gute 10 – 12 Stunden. Oder mehr falls mit niederigeren Temperaturen gedörrt wird.

Stromverbrauch

Ich hatte anfangs ehrlich gesagt die große Befürchtung, dass das Dörren allein aufgrund des Stromverbrauchs richtig teuer wird. Das hat mich auch lange davon abgehalten, mich für einen Dörrautomaten zu entscheiden.
Falls du ähnliche Befürchtungen hast, kann ich dich beruhigen: Es ist nicht annähernd so teuer wie du denkst! Allerdings trotzdem teurer als fertig gekaufte Kausnacks.

Der Klarstein Bananarama hat eine Leistung von 550 Watt – verbraucht also maximal 550 Watt pro Stunde. Wenn der Trockningsvorgang für das Dörrfleisch 10 Stunden dauert, sind das 5500Watt – also 5,5kWh – maximal. Mich kostet eine Kilowattstunde aktuell knapp 28Cent. 5,5kWh für den Trocknungsvorgang also knapp 1,54€.  Deutlich weniger als ich gedacht hätte. Da der Bananarama 6 relativ große Ebenen hat, kann man eine große Menge gleichzeitig dörren. Wie viel insgesamt gleichzeitig möglich ist habe ich noch nicht gestestet – angeblick kann man mit geschicktem Legesystem bis zu 3,5kg auf einmal unterkriegen. Aber selbst bei „nur 3kg“ wären das gerade einmal knapp 50cent pro kg.

Kosten für das Fleisch

Dann brauchst du für die selbst hergestellten Leckerlies aus dem Dörrautomat natürlich auch noch das passende Dörrgut. Für den Hund in der Regel Fleischstreifen. Wobei es natürlich auch möglich ist Gemüse oedr Obst zu dörren. Schmeckt übrigens nicht nur für den Hund.

Je nachdem welches Fleisch du nutzt schwanken die Kosten. Ich nutze gern das Fleisch aus dem Barf Shop und bestelle dann zum regulären Futter einfach etwas mehr dazu. So komme ich dann auf knapp 3 Euro für 500g Fleisch, 6€ pro kg. Da dem Fleisch beim dörren die Flüssigkeit entzogen wird, verliert es beim Dörrvorgang extrem an Gewicht. Von einem Kilo Hähnchen bleiben am Ende knapp 300 – 350g übrig.

350g selbst gedörrte Leckerlies kosten mich also 6,50€. Im Vergleich zu fertigen Kausnacks also schon etwas teurer – dafür weiß ich aber ganz genau was drin ist und wie getrocknet wurde.
We teuer die Leckerlies bei dir würden, hängt also maßgeblich davon ab, wie teuer das Fleisch ist, das du benutzen möchtest. Die Kosten für den Strom sind ziemlich gering.

Worauf du bei Leckerlies aus dem Dörrautomaten achten solltest

An der obigen Rechnung hast du schon gesehen, das das Fleisch während des dörrens massiv an Gewicht verliert. Das bedeutet aber nicht, das es weniger Kalorien oder Proteine beinhaltet. Getrocknetes Fleisch hat eine 3 – 4 fach höhere Protein und Kaloriendichte als frisches, unverarbeitetes Fleisch. Wenn du deinem Hund als 100g getrocknete Geflügelstreifen gibst, entspricht das den Energiewerten von bis zu 400g frischem Geflügel. Kausnack aus dem Dörrautomat - Tipps zum selbst machenDeshalb sind solche getrockneten Snacks ein häufiger Grund für Gewichtszunahme bei Hunden. Viele sind sich der hohen Energiedichte der getrockneten Snack, die ja sehr klein aussehen, nicht bewusst. Beim verfüttern solltest du es also nicht übertreiben. Das gleiche gilt natürlich auch für gekauftes Trockenfleischstücke.

Je nach Hitze, mit der gedörrt wurde, verliert das Fleisch Vitamine und Mineralien. Teilweise wird dazu geraten, Fleisch nur bei weniger als 40 Grad zu dörren um die Vitamine und alle anderen Nährstoffe zu erhalten. Bei über 42 Grad verliert das Fleisch ebenso viele Nährstoffe, wie wenn es gekocht würde.

Wenn du das Trockenfleisch für deinen Hund bei sehr niedrigene Temperaturen unter 40 Grad dörren möchtest, achte beim Kauf des Dörrautomaten unbedingt darauf, dass der Automat dies kann. Der Klarstein Bananarama dörrt beispielsweise erst ab 40 Grad.
Da ich das Trockenfleisch nur als Leckerlie füttere, ist es für mich kein Problem, dass ein Teil der Nährstoffe verloren geht. Ich dörre deshalb das Fleisch für Yuna bei 70 Grad. Der Vorteil ist, dass die Leckerlies so viel schneller fertig sind.

9 Tipps zum Dörren

Abschließend habe ich noch ein paar Tipps für dich, wenn du das Dörren auch einmal ausprobieren möchtest:

  • Je weniger Fett das Fleisch hat, desto besser und schneller lässt es sich dörren
  • Halbierte Hühnerherzen lassen sich super dörren, du solltest aber den Fettrand abschneiden
  • Je Höher die Temperatur, desto schneller sind die Leckerlies fertig
  • Um das Festkleben des Fleisches an den Ebenen zu vermeiden kannst du Backpapier auf den einzelnen Ebenen auslegen
  • Schneide dünne Stücke, um den Trocknungsvorgang zu beschleunigen und sicher zu stellen, dass das Fleisch gut durchtrocknen kann
  • Schneide die Stücke nicht zu klein – beim dörren zieht sich das Fleisch stark zusammen.
  • Neben Fleisch kannst du auch Obst und Gemüse für deinen Hund dörren. Denke beim Obst daran, dass gedörrtes Obst sehr viel Fruchtzucker enthält
  • Kein rohes Schweinefleisch dörren – die Temperatur beim Dörren reicht nicht aus um den Aujetzky Virus undschädlich zu machen. Schweinefleisch muss vor dem Dörren gekocht werden
  • Fertiges Dörrfleisch kannst du gut in Obstnetzen oder Leinenbeuteln aufbewahren oder auch einfrieren

Wenn du jetzt Lust hast dich noch intensiver mit dem Thema zu beschäftigen oder nach Anregungen für Rezepte suchst, dann empfehle ich dir die Gruppe Dörren und trocknen für Tiere auf Facebook.

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