Dorschlebertran als Alternative zu Fisch

Dorschlebertran ist, wie der Name schon verrät ein Extrakt, eigentlich ein Öl, das aus der Leber von Fischen, genauer Dorschen, gewonnen wird.

Dorschlebertran als Alternative zu Fisch - Titelbild

Das hellgelbe bis bräunliche Öl liefert große Mengen an Vitamin D, A und Omega 3 Fettsäuren. Diese fördern die Widerstandskraft des Hundes und haben eine positive Wirkung auf Knochen und Fell. Außerdem enthält der Dorschlebertran Jod, Phosphor und Vitamin E.

Braucht man wirklich Dorschlebertran beim Barfen?

In den meisten Barf Futterplänen findet sich kein Dorschlebertran. Der Hund bekommt die im Lebertran enthaltenen Vitamine und Mineralien durch andere Futterbestandteile, wie Innereien, rohe fleischige Knochen und Fisch.

Wenn du den Futterplan deines Hundes nach den gängigen Barf Kriterien zusammengestellt hast, ist dein Hund mit allen diesen Nährstoffen versorgt. Wie du das Futter richtig zusammenstellst, kannst du auf der Seite Zusammenstellung von Barf nachlesen.

Unabhängig davon, welches Muskelfleisch du fütterst, solltest du eine Tagesmenge in der Woche gegen Vitamin D haltigen Fisch ersetzen. Das kann beispielsweise Lach, Wildlachs, Regenbogenforelle oder Sprotte sein.
Was aber wenn dein Hund keinen Fisch frisst oder du aus welchen Gründen auch immer keinen Fisch füttern kannst?

Um deinen Hund auch ohne Fischmahlzeit mit ausreichend Vitamin D zu versorgen, kannst du Dorschlebertran in den Futterplan deines Hundes integrieren.

Dorschlebertran für Vitamin D

Beim Barfen wird Dorschlebertran hauptsächlich gefüttert, um den Vitamin D Bedarf des Hundes zu decken, wenn kein entsprechender Fisch gefüttert wird.
Bis heute gibt es geteilte Meinungen darüber, ob Hunde Vitamin D über Sonnenlicht selbst synthetisieren können. Sicher ist aber, dass unsere Haushunde nicht ausreichend Vitamin D synthetisieren können, um ihren Bedarf zu decken. Sie benötigen über die Nahrung zusätzliches Vitamin D. Die Menge an Vitamin D in den anderen Futterbestandteilen wie  beispielsweise der Leber reichen jedoch nicht aus, um den Bedarf zu decken.

Wozu der Hund Vitamin D benötigt und welche gesundheitlichen Risiken eine lang anhaltende Unterversorgung haben kann, habe ich schon in dem Artikel „Darum ist Fisch gesund für deinen Hund“ beschrieben.
Hier einmal kurz die wichtigsten Eckdaten:

  • Ein Vitamin D Mangel erhöht das Krebsrisiko
  • Vitamin D verbessert die Calciumaufnahme und verhindert Knochenabbau
  • zu wenig Vitamin D macht Hunde unmotiviert und lustlos

Wie viel Dorschlebertran für den Hund?

Um den Vitamin D Bedarf des Hundes zu decken, solltest du circa 3g Dorschlebertran wöchentlich pro 5kg Körpergewicht deines Hundes verfüttern. Du solltest den Lebertran dabei optimalerweise auf 2-3 Tage in der Woche aufgeteilen.

Bei den geringen Mengen Dorschlebertran, die man bei der Fütterung benötigt, macht es Sinn, auf kleine Flaschen zurückzugreifen. Dunkle glasflaschen erhöhen die Haltbarkeit von Dorschlebertran, Dazu kommt, das Glasflaschen im Gegensatz zu Plastikflaschen keine Weichmacher an den Lebertran abgeben können. Nach dem Öffnen solltest du den Dorschlebertran kühl lagern und innerhalb von 12 Wochen aufbrauchen. Teilweise wird der Dorschlebertran im Kühlschrank oder bei sehr kühler Lagerung milchig. Das heißt nicht, dass er schlecht geworden ist. Wenn er wieder wärmer wird, wird die Flüssigkeit wieder klar.

Kleine Mengen Dorschlebertran in braune Glasflaschen gibt es beispielsweise von Lunderland (bei Amazon)* oder von Barf Kultur

Überdosierung von Vitaminen durch Dorschlebertran?

Wenn es um das Thema Dorschlebertran geht, taucht immer wieder die Befürchtung auf, dass Dorschlebertran schnell zu einer Überdosierung, speziell von Vitamin A führt, die für die Hunde gesundheitsschädlich sein kann. Aber wie groß ist die Gefahr wirklich?

Vitamin A Überdosierung?

Neben dem Vitamin D, für das wir den Dorschlebertran in die Fütterung unserer Hunde integrieren, enthält er wie oben schon aufgelistet, noch einige andere Inhaltsstoffe.

Einer dieser Inhaltsstoffe ist Vitamin A. Vitamin A ist bereits in Leber und in geringen Mengen auch in anderen Futterbestandteilen enthalten.
Vitamin A gehört zu den fettlöslichen Vitaminen, wird also vom Körper nicht einfach ausgeschwemmt wenn zu viel davon vorhanden ist. Stattdessen wird Vitamin A gespeichert und es kann rein theoretisch zu einer Überdosierung kommen. Hunde sind jedoch sehr unempfindlich was eine Vitamin A Überversorgung angeht. In verschiedenen Artikeln zum Thema findet sich der Hinweis, das eine Überdosierung um 15mg (50.000 I.E.) für den Hund gefährlich ist.¹
Der Dorschlebertran von Lunderland und Barf Kultur hat jeweils knapp 1200 I.E. Vitamin A pro g. Für eine Überdosierung müsstest du deinem Hund also 40g Dorschlebertran füttern. Die Mengen schwanken natürlich abhängig von der Größe deines Hundes. Eine Überdosierung mit Vitamin A durch Dorschlebertran ist also sehr unwahrscheinlich. Du musst dir hierüber keine Gedanken machen.

¹ Quellen zum Thema Vitamin A Überversorgung:
https://www.drei-hunde-nacht.de/ernaehrung-barf/vitamine/vitamin-a/
https://www.wunderbarf.de/ernahrungsratgeber-hund/vitamine/

Vitamin D Überdosierung?

Im Gegensatz zum Vitamin A Bedarf benötigen Hunde nur sehr wenig Vitamin D. Vergleicht man die Werte laut NRC Rechner von Barf Kultur sieht man, dass der Vitamin D Bedarf unserer Hunde deutlich niedriger ist. Yuna hat mit ihren knapp 13kg beispielsweise einen wöchentlichen Vitamin A Bedarf von 8000 I.E.. Bei Vitamin D liegt der Bedarf lediglich bei 860 I.E.
Dieses Verhältnis passt zu den Werten des Dorschlebertrans. Den knapp 1200 I.E. an Vitamin E stehen dort nur 110, bzw 140 I.E. Vitamin D pro g gegenüber.

Auch Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin und kann damit überdosiert werden. Mit natürlichen Lebensmitteln ist eine Überdosierung von Vitamin D nicht möglich. Bei synthetisch hergestellten Vitaminpräparaten kann es zu einer Überdosierung kommen.
Dorschlebertran ist zwar ein natürliches Lebensmittel und nicht synthetisch behandelt, ist aber ein aus der Leber extrahiertes Öl, das sehr hohe Vitaminmengen aufweist. Auch wenn eine gefährliche Überdosierung schwierig zu erreichen ist, macht es Sinn sich an die Dosierungsempfehlung zu halten und es nicht zu übertreiben.

Zu hohe Mengen an Vitamin A und Vitamin D beeinflussen irgendwann auch die Aufnahmefähigkeit des Körpers für andere Nährstoffe und Vitamine.  Beispielsweise kann der Calciumstoffwechsel und die generelle Aufnahme von Calcium und Phosphor so verändert werden, das Osteoporose begünstigt wird. Ebenso ist eine Überversorgung mit Jod oder Phosphor, die ebenfalls im Dorschlebertran enthalten sind, auf lange Sicht nicht gut. Es macht also wie bei allen anderen Futterkomponenten auch Sinn, es nicht zu übertreiben.
Bei einer an der Fütterungsempfehlung orientierten Gabe von Dorschlebertran kannst du diese Überdosierungen nicht erreichen. Auch dann nicht wenn du zusätzlich zum Dorschlebertran Fisch füttern würdest.

Dorschlebertran als Leberersatz?

Durch den hohen Gehalt an Vitamin A, wird Dorschlebertran auch genutzt, um die Leber in den Barfmahlzeiten zu ersetzen. Hierbei fungiert der Dorschlebertran dann aber vor allem als Vitamin A Lieferant. Andere in der Leber enthaltene Nährstoffe wie Vitamin B oder diverse Mineralien und Spurenelemente (Selen, Eisen, ZInk, etc) werden durch den Dorschlebertran nicht ausgeglichen. Wenn du den Leberanteil im Futter deines Hundes durch Dorschlebertran ersetzen möchtest, benötigst du weitere Futtermittel, wie beispielsweise Nüsse, um diese anderen  fehlenden Nährstoffe auszugleichen.

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