Warum du nicht mit Fertigbarf starten solltest

Die Auswahl an Fertigbarf wächst immer weiter. Zahlreiche Online-Shops als auch lokale Barfshops vor Ort legen ihren Fokus immer stärker auf sogenannte Fertigbarf-Menüs. Entweder in kleine Pakete verpackt oder häufig auch als fertige „Würste“.

Wenn du gerade erst damit anfängst dich mit dem Barfen zu beschäftigen, wirst du feststellen, dass die vielen Infos im ersten Moment sehr unübersichtlich sind und man sich schnell überfordert fühlt.
Aber auch wenn du inzwischen mit dem Barfen vertraut bist und deinen Hund schon barfst erinnerst du dich bestimmt noch an die Anfangszeit. Die Unsicherheit und das Gefühl, das Thema nie zu verstehen und völlig überfordert zu sein.

Mir ging es genauso als ich mit dem Barfen angefangen habe. Ich weiß nicht ob ich damals nicht auch glücklich auf das tolle Angebot Fertigbarf eingestiegen wäre.

Schließlich ist es doch toll, wenn man sich nicht selbst die einzelnen Bestandteile ausrechnen und zusammenstellen muss. Wenn man nicht darauf achten muss, dass man alles richtig ausrechnet und nichts wichtiges vergisst.

Bevor man aus Planlosigkeit der Gesundheit des eigenen Hundes schadet, ist es doch eine tolle Variante, fertig portioniertes Futter zu kaufen in dem alles vorhanden ist was mein Hund braucht.

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Die Verkaufstexte in Online Shops und viele Verkäufer in Barf-Shops propagieren genau das.

Fertigbarf? Nein danke!

Fertigbarf ist nicht bedarfsdeckend

Die Realität sieht leider ganz anders aus. Fertigbarf ist alles andere als bedarfsdeckend. Es entspricht nicht den gängigen Aufteilungen und Zusammenstellungen, unabhängig davon an welchem Barf Konzept man sich orientiert. In Fertigbarf werden häufig sehr viele günstige Bestandteile verwendet. Schaut man sich die Deklaration auf den Verpackungen an, findet man häufig große Mengen an Pansen, Stichfleisch. Oder auch gern Dingen wie Knorpel und Luftröhre, die lediglich als günstige Füllstoffe dienen.

Auch wenn damit der Traum vom einfachen, bedarfsgerechten und arbeitssparenden Fertigbarf platzt: Wenn du deinen Hund bedarfsgerecht barfen willst, solltest du auf Fertigbarf Angebote verzichten.

Darum ist Fertigbarf für den Anfang nicht geeignet

Davon abgesehen, das Fertigbarf generell nicht zur Fütterung geeignet ist, solltest du auch bei der Umstellung auf Barf auf Fertigmischungen verzichten.

Hohe Anteile an Pansen, minderwertiges Muskelfleisch mit hohem Bindegewebsanteil sind schwer verdaulich und können gerade bei Hunden, die rohes Futter noch nicht gewöhnt sind zu Verdauungsbeschwerden führen.

Bei der Umstellung auf Barf sollte man mit einer Fleischsorte und einer Gemüsesorte beginnen und den Hund langsam an die neuen Futterkomponenten gewöhnen.

Bei Fertigbarf ist dies nicht möglich. Stattdessen bekommt dein Hund beim Fertigbarf verschiedenste Futterbestandteile vorgesetzt. Aufgrund häufig sehr ungenauer Deklarationen der Inhaltsstoffe kannst du nicht einmal nachvollziehen, was du deinem Hund jetzt genau fütterst.

Sinn und Zweck der langsamen Umstellungsmethode ist zum Einen, das Magen-Darm System deine Hundes nicht zu überlasten. Zum Anderen kann durch die schrittweise Einführung neuer Komponenten schnell festgestellt werden, wenn der Hund etwas nicht verträgt. Auch diese Möglichkeit entfällt, wenn du bei der Umstellung auf Fertigbarf zurückgreifst.

Alles ist besser als Trockenfutter – oder nicht?

Ein beliebtes Argument für die Fütterung von Fertigmenüs ist, das alles besser ist als das bisher gefütterte Dosen- oder Trockenfutter.

Das sehe ich ganz klar anders. Trockenfutter und Nassfutter hat andere Mängel, sichert aber definitiv die notwendige Nährstoffversorgung des Hundes durch verschiedene Zusätze und zugefügte Nährstoffe. Fertigbarf tut dies eher nicht und du riskierst eine Mangelversorgung. Bevor du Fertigbarf fütterst bleib lieber bei einem guten Dosen- oder Trockenfutter.

Fertigbarf ergänzen

Wenn das Fertigbarfmenü gekauft ist und im Nachhinein festgestellt wird, das dieses zur alleinigen Fütterung nicht geeignet ist, kommt häufig die Frage auf ob man das bereits gekaufte Futter nicht einfach mit den fehlenden Komponenten ergänzen kann.

Ja, man kann, einfach ist das aber leider nicht. Und auch dann ist das Futter meist noch nicht wirklich zu empfehlen. Um das Fertigbarf zu ergänzen muss die genaue Aufteilung auf der Verpackung deklariert sein – fehlt diese ist es nicht möglich sinnvoll zu ergänzen.

Um gut deklarierte Fertigmenüs zu ergänzen muss man sich die Aufteilung anschauen und dann schrittweise ausrechnen, welche Komponenten in welcher Menge fehlen und dies entsprechend ergänzen. Diese Rechnung ist deutlich aufwändiger, als das Futter gleich selbst zusammenzustellen. Dazu kommt, das immer mehr Fertigangebote Zusatzstoffe enthalten, die nicht immer sinnvoll sind. Viele enthalten beispielsweise Leinöl, das dem Hund nicht wirklich etwas bringt. Auch zugesetzte Vitamine und Mineralien sind bei einer ausgewogenen Zusammenstellung des Futters unnötig.

Wohin jetzt mit dem Fertigbarf?

Wenn du schon auf die Verkaufsargumente hereingefallen bist und Fertigbarf zuhause liegen hast, jetzt aber doch lieber selbst zusammenstellen willst, stellt sich natürlich die Frage wohin mit dem Fleisch. Da ich ganz klar auch ein Problem damit habe, Fleisch wegzuwerfen würde ich es erst einmal aufbewahren. Nach erfolgreicher Umstellung kannst du dann immer eine kleine Menge Fertigbarf zum selbst portionierten Futter dazu geben. Dabei meine ich wirklich kleine Mengen, sodass die bedarfsgerechte Versorgung trotzdem gewährleistet ist, ein kleiner Teil von Muskelfleisch oder Pansen aber durch das Fertigbarf ersetzt wird.

Alternativen zu Fertigbarf?

Wenn du es dir nicht zutraust, den Futterplan für deinen Hund selbst zusammenzustellen, dann kannst du dir hierfür die Hilfe einer Ernährungsberaterin für Barf holen. Diese erstellt dir einen Futterplan für deinen Hund in welchem genau steht, was dein Hund benötigt. Häufig bekommst du von den Ernährungsberatern auch genaue Tipps, welches Fleisch und andere Komponenten du wo kaufen kannst.

Wenn dir das Portionieren zu aufwendig ist, gibt es inzwischen einige Anbieter, die dir die einzelnen Barf Portionen für deinen Hund so zusammenstellen wie du sie benötigst, also das portionieren für dich übernehmen.

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1 Antwort

  1. 3. April 2018

    […] Durchfall. Weitere Infos dazu, warum Fertigbarf für den Einstieg nicht geeignet ist, habe ich in diesem Artikel […]

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