Mythen über Barf

Um das Barfen ranken sich zahlreiche Mythen, die sich hartnäckig halten.

Da ich die eine oder andere immer wieder diskutiere fand ich, dass dieses Thema einen eigenen Blogartikel verdient hat.

Mythen über Barf

Ich möchte gleich mit meinem Lieblingsmythos anfangen:

Barf macht aggressiv

Sobald dein Hund einmal rohes Fleisch frisst, wird er aggressiv. Wenn Hunde einmal Blut lecken werden sie blutrünstig.

Ich habe ehrlich keine Ahnung woher dieser Mythos kommt. Aber er ist weit verbreitet.

Würden Hunde, die rohes Fleisch bekommen, sofort aggressiv werden, wäre es wohl nie zu einer Domestikation unserer heutigen Haushunde bekommen.

Und wie können Jäger oder Bauern mit ihren Hunden zusammenleben ohne gefressen zu werden?

Mein liebstes Gegenbeispiel zu diesem Mythos ist mein eigener Hund Yuna. Ich barfe sie, seit sie knapp 11 Monate alt ist. Kurz danach haben wir die Ausbildung zum Besuchshundeteam gemacht, die sie problemlos bestanden hat.
Mein gebarfter Hund, der ja laut diesem Mythos aggressiv sein müsste, begleitet mich 3 mal in der Woche in ein psychiatrisches Wohnheim, lässt sich dort von den Bewohnern streicheln, füttern und ist alles andere als aggressiv. Auch außerhalb ihres Jobs ist sie zu allen Menschen nett, findet kleine Kinder super und begrüßt jeden freundlich.

Also Mythos Nummer 1 „Barf macht aggressiv“, entbehrt jeglicher Grundlage und gehört definitiv in das Land der Mythen.

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Durch das rohe Fleisch bekommt der Hund Salmonellen

Es ist richtig, dass rohes Fleisch verschiedene Keime, Salmonellen und anderes enthalten kann. Um eine zu große Keimbelastung des Fleisches zu verhindern, ist es beim Barfen wichtig, die grundlegenden Hygieneregeln der Küche einzuhalten – also beispielsweise die benutzten Gegenstände wie Messer oder Schneidebrett abwaschen, das Fleisch nicht tagelang offen liegen zu lassen etc.

Wird Fleisch in einer unhygienischen Küche zubereitet, in der es bereits zahlreiche Keime gibt, steigt die Keimbelastung des Fleisches und der Hund könnte tatsächlich an daraus resultierenden Erkrankungen erkranken oder Salmonellen bekommen.

Das gleiche würde allerdings auch bei Nassfutter oder Trockenfutter passieren, dass in einer solchen Küche zubereitet wird.

Übrigens wurden bei zahlreichen Tests auch in Dosenfutter und Trockenfutter Salmonellen und Keimbelastungen festgestellt.

Die Keime und Salmonellen sind aber überall.

Der Vorteil: Gebarfte Hunde haben eine saurere Magensäure mit einem höheren PH Wert als nicht gebarfte Hunde. Die Magensäure tötet die meisten Keime ab. Diese können dem Hund dann nichts mehr anhaben. Da die Keime im Magen abgetötet werden, muss man auch keine Angst vor einer erhöhten Keimbelastung in den Hinterlassenschaften des gebarften Hundes haben.

Man braucht jede Menge Zusätze, um den Hund gut zu versorgen

Meine Meinung zu diesem Mythos ist, dass dieser aus den Reihen der Futtermittelhersteller stammt, die den Markt der Barfer für sich erschließen 3 Mythen über Barf - und was wirklich dran ist; Hund auf einem Astmöchten. Dafür spricht die schiere Vielzahl an Zusätzen, Pülverchen und Komplettpulvern die man inzwischen überall kaufen kann.

Andere Befürworter dieses Mythos sind häufig Tierärzte. Das verunsichert natürlich viele Anfänger beim Barfen, die sich mit dem Thema zum ersten Mal auseinandersetzen. Tierärzte raten vom Barfen ab, weil der Bedarf der Hunde angeblich nicht gedeckt ist. Dann muss doch etwas dran sein?

Der Grund, weshalb viele Tierärzte vom Barfen abraten oder für das Barfen diverse Zusätze empfehlen, hat meiner Meinung nach damit zu tun, dass viele Menschen ihre Hunde einfach roh füttern ohne dabei den Bedarf des Hundes im Blick zu behalten – und diese Fütterung dann Barfen nennen.

Bei einer ungeplanten Fütterung des Hundes nur mit Fleisch, ab und an ein paar Knochen dazu und hin und wieder ein paar Reste vom Tisch werden definitiv diverse Zusätze benötigt, um den Hund mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen.

Hinter dem Barfen steht deshalb ein gut durchdachtes und an den Bedarfen des Hundes orientiertes Fütterungskonzept, dass die ausreichende Nährstoffversorgung des Hundes sicherstellt.

Wie diese Futteraufteilung aussieht kannst du hier nachlesen.

So gehts ohne viele Zusätze

Wenn du dich beim Barfen an diese Futteraufteilung hältst, benötigt dein Hund kaum Zusatzstoffe um ausreichend versorgt zu sein. Täglich ein 3-6-9 Öl oder Lachsöl mit Vitamin E, sowie etwas Seealgenmehl für die Jodversorgung reichen bei einem gesunden Hund völlig aus.

Vergiss also die zahlreichen Komplettpulver und teuren Zusätze, die du in den Barf Shops kaufen kannst. Sorge stattdessen für eine ausgewählte Fütterung mit Öl und Seealge. Dann bekommt dein Hund auch ohne zahlreiche Pülverchen alles was er benötigt.

Welche Mythen fallen dir zum Thema Barf noch ein? Mit welchen bist du häufig konfrontiert? Ich würde mich über weitere Mythen rund um das Barf freuen. Vielleicht bekommen wir ja auch genug für einen zweiten Artikel zusammen.

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Barf einfach - Anleitung zum Hunde füttern

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