Warum zu viel Abwechslung beim Barfen keine gute Idee ist

In fast jedem dritten Artikel auf diesem Blog wirst du den Tip finden, für Abwechslung beim Barfen deines Hundes zu sorgen.
Abwechslung ist wichtig und notwendig und sorgt für eine optimale Versorgung deines Hundes.
Trotzdem habe ich mich jetzt dazu entschlossen, auch noch einmal die andere Seite zu beleuchten. Wie viel Abwechslung beim Barfen ist zuviel? Und warum?

Titelbild Hund Text: Warum zu viel Abwechsung beim Barfen keine gute Idee ist

Welche Vorteile hat Abwechslung beim Barfen?

Wenn du schon ein paar Artikel auf diesem Blog gelesen hast kennst du das folgende vielleicht schon. Falls nicht noch einmal kurz zusammengefasst:
Durch Abwechslung, z.b. durch die Fütterung verschiedener Tiersorten versorgst du deinen Hund optimal mit allen Nährstoffen die er benötigt. Das Muskelfleisch verschiedener Tiere hat auch eine unterschiedliche Nährstoffzusammensetzung. Wenn du verschiedene Tierarten fütterst, deckst du also auch eine breitere Nährstoffpallette ab.

Bei den Knochen sorgst du durch Abwechslung dafür, dass du ein gutes Calcium-Phosphor Verhältnis erhältst. Außerdem kannst du dir das genaue ausrechnen des Calciumbedarfs und die Berechnung einzelner Calciumgehalte sparen. Wenn du verschiedene RFK, z.b. Hühnerhälse, Wildrippe und Kaninchenkarkasse fütterst, erreichst du gute Durchschnittswerte, die den optimalen Bedarfswerten sehr nah kommen.
Das Thema Abwechslung bei den RFK habe ich in dem Artikel zur Frage „Was sind eigentlich RFK?“ schon einmal genauer erklärt.

Warum du es mit der Abwechslung beim Barfen nicht übertreiben solltest

In Gesprächen mit Neubarfern höre ich in letzter Zeit immer wieder die Frage, was man außer den normalen Futtertieren noch füttern kann.
Vor kurzem hat jemand in einer Facebook Gruppe „gestanden“, dass sein Hund nur die ganz einfachen, gewöhnlichen Fleischsorten (Rind, Huhn, Pute, Kaninchen) bekommt und um Tipps gebeten, welche spezielleren Fleischsorten man noch füttern kann.
Andere sind auf der Suche nach „besonderen Leckerbissen“ für ihren Hund und wollen den Vierbeinern, speziell jetzt zur Weihnachtszeit, etwas ganz besonderes gönnen.

Dieser Trend zu besonders abwechslungsreichem Futter und der Wunsch, dem Hund immer neue „Rezepte“ und jeden Tag andere Mahlzeiten zu servieren, klingt erstmal harmlos. Er kann aber problematisch werden, wenn der Hund irgendwann eine Futtermittelallergie entwickelt.

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Futtermittelunverträglichkeit und Ausschlussdiät

Wenn dein Hund irgendwann eine Futtermittelunverträglichkeit entwickelt und allergische Symptome zeigt, gilt es herauszufinden, welche Tierarten, bzw. Futterbestandteile Probleme bereiten.
Das kann man mit Hilfe einer sogenannten Ausschlussdiät herausfinden. Hierbei füttert man über einen längeren Zeitraum nur Fleisch, Knochen und Innereien von einem Tier.
Vorraussetzung: Der Hund darf dieses vorher noch nie bekommen haben. Weder beim Barfen, noch in Form von Leckerlies (die dabei oft vergessen werden).

Kranker Hund und nun? Deshalb solltest du es mit der Abwechslung beim Barfen nicht übertreiben

Wenn dein Hund jetzt aber schon alle möglichen Fleischsorten bekommen hat, stehst du vor einem Problem. Entweder gibt es tatsächlich gar keine Tierarten mehr die dein Hund nicht kennt oder du musst auf ganz exotische Fleischsorten, wie z.b. Känguruh zurückgreifen. Die sind nicht nur teuer, du wirst auch Schwierigkeiten bekommen, alle Futterkomponenten von diesen Tieren zu bekommen. Nicht zuletzt finde ich, das es nicht notwendig und auch nicht verhältnismäßig ist, das Fleisch exotischer Tiere über den halben Erdball zu transportieren um es als Hundefutter zu nutzen. Jedenfalls dann nicht wenn der Hund auch die heimischen Tierarten fressen kann. Bei Allergikern, die nur noch die exotischen Tierarten fressen können, muss man dann eben auf diese zurückgreifen.

Um für den Fall einer Allergie deines Hundes gerüstet zu sein, solltest du dir vorher überlegen, welche Fleischsorten du ganz bewusst nicht fütterst. Am besten hebst du dir eine oder mehrere Tierarten auf, von der du alle Futterkomponenten bekommst. Gut geeignet sind z.b. Lamm, Pferd oder eventuell auch Ziege.

Yuna bekommt weder Pferd noch Lamm. Da sie sowieso immer wieder mit Fellproblemen zu kämpfen hat und z.b. auf verarbeitetes Futter mit starkem Juckreiz reagiert sind wir leider sehr wahrscheinliche Kandidaten für sich entwickelnde Allergien und müssen möglicherweise irgendwann eine ASD machen.
Übrigens muss man gerade bei den Leckerlies echt aufpassen, dass man nicht doch aus Versehen die Tierarten füttert, die man eigentlich aufheben will. Zum Beispiel, wenn andere es gut meinen und besonders verträgliche Leckerlies für den empfindlichen Hund kaufen und vor dem verfüttern nicht nachfragen, ob der Hund z.b. Pferd fressen darf….

Abwechslung beim Barfen – wieviel sollte es sein?

Um für genug Abwechslung beim Barfen zu sorgen, solltest du 3-4 verschiedene Fleischsorten plus Fisch füttern. Du solltest auf jeden Fall beim Muskelfleisch und den Knochen für Abwechslung sorgen. Beim Pansen und bei den Innereien reicht es auch, wenn du diese dauerhaft von einem Tier fütterst. Bei Innereien ist Abwechslung schön aber nict unbedingt nötig.

Ich füttere Muskelfleisch von Rind, Büffel aus regionaler Weidehaltung, Wild, Huhn, Pute und Ente. An Knochen gibt es Geflügelhälse (Huhn und Pute) und Wildrippe.
Damit liegen wir schon über den 3-4 Sorten, haben aber immer noch jede Menge Sorten „in Reserve“ sollten Allergien auftreten.

Hunde haben übrigens nur knapp 1.700 – 2.000 Geschmacksknospen – wir Menschen haben knapp 6mal so viele. Der Geschmackssinn von Hunden ist also nur sehr gering ausgeprägt. Es ist für Hunde nicht nötig, dass ihr Futter immer anders schmeckt.

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