Futterplan erstellen Teil 2: Den Bedarf deines Hundes ermitteln

In dieser Artikelserie zeige ich dir Schritt für Schritt wie du ganz einfach selbst einen Futterplan für deinen Hund erstellen kannst.
Im heutigen zweiten Teil geht es darum, den Tages- und Wochenbedarf an Nahrung für deinen Hund zu ermitteln.

 

Futterplan erstellen: Wochenbedarf ermitteln

Im ersten Teil der Artikelserie habe ich die Futteraufteilung vorgestellt und erklärt, weshalb Abwechslung beim Barfen so wichtig ist.

Heute möchte ich dir anhand einer Beispielberechnung für meine Hündin Yuna zeigen, wie du anhand der prozentualen Aufteilung den Tages- und Wochenbedarf ermitteln kannst. Den Wochenbedarf benötigst du, um dir später einen Futterplan zu erstellen. Statt selbst zu rechnen, kannst du auch den Barfrechner nutzen.

Yuna wiegt 12 kg und ist 1,5 Jahre alt. Da sie eher aktiv und ein guter Futterverwerter ist, habe ich sie mit 2,5% ihres Körpergewichtes berechnet. Also 12.000 Gramm geteilt durch 100. Dieses Ergebnis mal 2,5. Ergibt 300. Die tägliche Futtermenge für Yuna beträgt also 300 Gramm.

Bei kleinen Hunden unter 10 kg solltest du aufgrund des schnelleren Stoffwechsels eher mit 2,5 oder 3% rechnen, während größere und schwerere Hund in der Regel einen langsameren Stoffwechsel haben und meist nur 2 – 2,5% Futter benötigen.

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Tagesbedarf berechnen

Weiter zur Berechnung. Die 300 Gramm Tagesmenge sind also der Gesamtbedarf meines Hundes. Diesen teilt man dann so auf wie im letzten Artikel beschrieben. Zur besseren Übersicht habe ich die Aufteilung hier nochmal ergänzt:

Gesamtmenge 300 Gramm

davon 240 Gramm tierische Anteile (80%) und 60 Gramm pflanzliche Anteile (20%)

Der tierische Futteranteil teilt sich auf in:

  • 120 Gramm Muskelfleisch (50%)
  • 48 Gramm Pansen (20%)
  • 36 Gramm rohe fleischige Knochen (15%)
  • 36 Gramm Innereien (15%), aufgeteilt in 12 Gramm Leber (1/3), 12 Gramm Herz (1/3) und je 4 Gramm Niere, Milz und Lunge (je 1/9)

Der pflanzliche Futteranteil wird aufgeteilt in:

  • 45 Gramm Gemüse (75%)
  • 15 Gramm Obst (25%)

So würde sich also rein theoretisch Yunas tägliches Futter zusammensetzen. Ausgewachsene Hunde benötigen nicht jeden Tag alle Futterkomponenten und nicht alles in der taggenauen Aufteilung. Tatsächlich kann es ausreichen, wenn Hunde innerhalb eines Monats alle Futterkomponenten in der richtigen Menge erhalten um ihre Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen sicherzustellen.

Um es dir zu vereinfachen einen Futterplan zu erstellen, bietet es sich an, sich den wöchentlichen Bedarf auszurechnen und sich mit diesem einen Wochenplan zu erstellen.

Wochenbedarf errechnen

Um den Wochenbedarf deines Hundes zu ermitteln, nimmst du dir einfach die schon berechneten Tagesbedarfe und multiplizierst diese mit 7. Ergibt den Wochenbedarf.

Auch wenn du planst, für deinen Hund einen Fastentag in der Woche einzulegen musst du den täglichen Bedarf mal sieben rechnen. Das Futter, das dein Hund am Fastentag nicht bekommt entfällt nicht einfach, sondern sollte auf die anderen Tage aufgeteilt werden.

Wochenbedarf:

Gesamtfuttermenge: 2100 Gramm (300×7)

Tierischer Anteil: 1680 Gramm, davon

  • 840 Gramm Muskelfleisch
  • 336 Gramm Pansen
  • 252 Gramm Rohe fleischige Knochen
  • 252 Gramm Innereien, aufgeteilt in: 84 Gramm Leber, 84 Gramm Herz, je 28 Gramm Niere, Milz und Lunge

Pflanzlicher Anteil: 420 Gramm, davon

  • 315 Gramm Gemüse
  • 105 Gramm Obst

Im letzten Artikel habe ich bereits etwas dazu geschrieben, das es sinnvoll ist eine Tagesportion Muskelfleisch gegen Fisch zu ersetzen um deinen Hund mit zusätzlichem Vitamin D zu versorgen.

Hierfür ziehst du einfach eine Tagesmenge von der errechneten Wochenmenge Muskelfleisch ab und ersetzt sie gegen Fisch. Bei Yuna wäre eine Tagesportion Muskelfleisch 120 Gramm, die durch Fisch ersetzt werden. In der Woche würde sie dann also statt 840 Gramm Muskelfleisch nur 720 Gramm Muskelfleisch und zusätzlich 120 Gramm Fisch bekommen.

Schon hast du den Wochenbedarf für deinen Hund.

Wochenbedarf runden

Du musst dich nicht grammgenau an die oben errechneten Mengen halten, sondern kannst diese auch sinnvoll runden. Bei der Berechnung kann es dir auch passieren, das du Zahlen mit Nachkommastellen bekommst. Runde diese einfach so, dass es passt.

Bei 252 Gramm Innereien runde ich beispielsweise auf 250 Gramm, da ich dann pro Woche genau eine 250 Gramm Packung gemischte Innereien verbrauche. So bleiben keine Reste. Bei den anderen Anteilen arbeite ich auch „ungefähr“. Wenn also beim portionieren mal 3 Gramm mehr oder weniger in der Dose landen ist das auch in Ordnung. Natürlich kannst du jetzt schon bei deiner Wochenbedarfsliste runden. Ich würde dir allerdings empfehlen, dir erst ein paar Gedanken zum Wochenplan zu machen und dann so zu runden, das du die einzelnen Komponenten gut aufteilen kannst. Sonst kann es dir passieren, das du bei der Liste wie oben schöne gerade Zahlen hast, bei der Aufteilung auf die Woche dann aber wieder krumme Zahlen zustande kommen.

Bedenke beim Runden das 5 Gramm bei einer sehr kleinen Futtermenge prozentual schon viel ausmachen können, bei einer großen Futtermenge für einen 30kg Hunde dagegen nicht ins Gewicht fallen.

Auf Grundlage dieses Wochenbedarfs kannst du dir jetzt im nächsten Schritt einen Futterplan für eine Woche erstellen.

Wie das geht zeige ich dir im nächsten Artikel.

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