3 Gründe, warum du auf genug Fett im Muskelfleisch achten solltest

Fett macht dick und ist ungesund. Mageres Fleisch ist besonders hochwertig.
Diese Meinung ist weit verbreitet. Für das Barfen deines Hundes solltest du dich aber von diesen Weißheiten distanzieren. Zu mageres Fleisch und ein zu geringer Fettanteil beim Barfen kann deinen Hund sogar krank machen.

Fett, fettes Fleisch

Wie hoch sollte der Fettanteil im Muskelfleisch sein?

Beim Barfen deines Hundes solltest du darauf achten, dass das Muskelfleisch einen Fettanteil von 15-25% hat. Ein Fettanteil in diesem Prozentbereich kann vom Organismus deines Hundes am besten verwertet werden. Wie viel Fett genau im Muskelfleisch sein sollte, hängt wieder individuell von deinem Hund ab. Ruhige Hunde die wenig Energie benötigen, benötigen wahrscheinlich auch eher wenig Fett. Hier reicht wahrschienlich ein Fettgehalt von 15-17%. Sehr aktive, quirlige Hunde brauchen häufig mehr Fett, da sie mehr Energie verbrauchen.  Sportlich geführte Hunde können einen Fettbedarf von bis zu 25% haben.

Aber weshalb braucht der Hund beim Barfen so viel Fett? Hier sind die drei wichtigsten Gründe:

Fett zur Energiegewinnung

Hunde ziehen ihre Energie vor allem aus Fett. Der Organismus des Hundes kann Fett recht einfach in Energie umwandeln, die der Hund benötigt. Wenn das Futter deines Hundes zu wenig Fett enthält, muss der Organismus andere Futterelemente, speziell Proteine, so verstoffwechseln, dass er daraus Energie gewinnt. Dieser Vorgang ist für den Körper deines Hundes anstrengend, er verbraucht also noch zusätzlich Energie. Bei der Verstoffwechslung von Proteinen zu Energie, enstehen diverse Abfallstoffe wie Ammoniak und andere Eiweißabbauprodukte. Diese müssen von Leber und Niere deines Hundes gefiltert und wieder ausgeschieden werden. Dies kann auf Dauer zu Leber- und Nierenschäden führen.

Kohlenhydrate als Alternative zur Energiegewinnung?

Kohlenhydrate eigenen sich nur bedingt zur Gewinnung von Energie. Sie liefern nur etwa die Hälfte an Energie wie Fette. Zwar kann man Kohlenhydrate gezielt einsetzen, um dem Hund kurzfristig mehr Energie zu geben, wie beispielsweise im Hundesport. Auch für Hunde, die mit Untergewicht kämpfen kann eine Fütterung von Kohlenhydraten zur Energie- und Fettversorgung sinnvoll sein. Zu viele Kohlenhydrate schaden dem Hund jedoch langfristig auch. Sie können auch nicht komplett verwertet werden, darüber hianus sorgen Kohlenhydrate eher für einen kurzfristigen Energieschub, der schnell wieder abflacht. Das Resultat kann vermehrter Hunger sein. Im Gegensatz zu einem angepassten Fettgehalt von 15 – 20% machen Kohlenhydrate darüber hinaus schnell dick.

Fett macht satt

Viele Leute wundern sich, weshalb ihr Hund trotz großer Futterportionen nicht satt wird. Auch die Erhöhung der Futtermengen bringt keine Besserung. Der Hund scheint immer Hunger zu haben. In vielen Fällen ist das Problem des ständigen Hungers ein zu geringer Fettanteil im Muskelfleisch. Der Hund fühlt sich nicht satt, weil er nicht genug Fett zur verfügung hat um dieses in die von ihm benötigte Energie umzuwandeln.

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Wenn dein Hund also seit der Umstellung auf Barf ständig Hunger zu haben scheint oder sogar abnimmt, überprüfe einmal den Fettgehalt deines Muskelfleisches. Eine Erhöhung des Fettanteils kann das Hungerproblem vielleicht lösen.

 

Fleisch, Text: 3 Gründe für genug Fett im Muskelfleisch; Fett gibt Energie, Fett macht satt, Fett hilft bei der Verwertung von VitaminenFett hilft bei der Verwertung von Vitaminen

Ein ausreichender Fettanteil hilft deinem Hund bei der Verwertung fettlöslicher Vitamine wie Vitamin A,D und E. Ohne ausreichend Fett im Futter können diese Vitamine nur schwer verwertet werden. Hierfür wird beim Barfen auch Öl eingesetzt.

Der richtige Fettanteil beim Barfen

Dies sind die meiner Meinung nach 3 wichtigsten Gründe, weshalb du auf den richtigen Fettgehalt beim Barfen achten solltest. Wichtig ist dabei, dass du den Fettanteil von 15 – 25% nur beim Muskelfleisch berechnest. Die anderen Futterkomponenten werden bei dieser Berechnung nicht mit einbezogen. Da Innereien, Pansen und Knochen einen geringeren Fettanteil haben, ergibt sich für das Gesamtfutter deines Hundes ein ungefährer Fettanteil von 10%, was in etwa dem Fettanteil wild lebender, ursprünglicher Beutetiere entspricht. Womit wir wieder beim Beutetierschema wären.

Anfänger beim Barfen stellen häufig wiederkehrende Fragen, wenn es um das Thema Fett im Muskelfleisch geht. Die häufigsten möchte ich hier noch einmal kurz beantworten.

Woher weiß ich wie viel Fett mein Hund und benötigt?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden und hängt individuell von deinem Hund ab. Bei der Umstellung auf Barf solltest du den Fettanteil ohnehin langsam auf 15% erhöhen, um die Bauchspeicheldrüse deines Hundes nicht zu überfordern. Wenn du bei den 15% angekommen bist kannst du dich schrittweise weiter nach oben tasten oder den Fettanteil erstmal bei 15% belassen und deinen Hund beobachten. Hat er vermehrt Hunger? Nimmt er ab? Wirkt er müde und lustlos? Dann solltest du den Fettanteil erhöhen.
Bei Yuna bin ich nach der Umstellung auf Barf testweise auf bis zu 20% Fett hochgegangen. Das Resultat war ein ziemlicher überdrehter Hund, der vor Energie nur so überschwappte. Also auch in diese Richtung aufpassen. Gerade hibbelige Hunde haben zwar oft einen höheren Bedarf, da sie mehr Energie verbrauchen. Zu viel Energie kann aber dazu führen das sie noch hibbeliger werden. Wir haben uns durch ausprobieren jetzt bei ca. 16-17% Fett eingependelt.

Womit kann ich den Fettanteil im Muskelfleisch erhöhen?

3 Gründe weshalb dein Hund fettes Fleisch fressen sollte, FleischLeider sind die meisten Fleischsorten, die du kaufen kannst zu mager. Du musst also zusätzliches fett dazugeben. Dafür gibt es zwei Varianten. Entweder mischst du fettes und mageres Fleisch um auf den nötigen fettanteil zu kommen oder du gibst reines Fett zum Muskelfleisch dazu. Du solltest dabei tierische Fette auswählen, die möglichst unbehandelt, also nicht gekocht oder sonstwie verarbeitet sind.

In den meisten Barfshops bekommst du inwischen Fett verschiedener Tiere wie Rind, Geflügel, Pferd oder Lamm. Du kannst dabei problemlos Muskelfleisch mit dem Fett einer anderen Tierart mischen, also beispielsweise Rindfleisch mit Hühnerfett auf den gewünschten Fettanteil bringen.

Wie berechne ich, wieviel Fett ich zugeben muss?

Du kannst dir selbst ausrechnen wie viel fett du dem Fleisch zugeben musst. Hierfür rechnest du dir aus, wie viel Prozent Fett fehlen. Dann rechnest du dir aus wieviel 1% deines Fleisches sind. Anschließend rechnest du die fehlenden Prozent mal der Mene, die ein Prozent sind. Zum besseren Verständnis: 1 kg Muskelfleisch mit 4% Fett soll auf 16% Fettanteil gebracht werden. Von 4% zu 16% fehlen 12%. 1 Prozent von 1kg sind 10g. 10mal 12 sind 120. Du müsstest also 120g deines Fleisches gegen Fett austauschen um auf 16% Fett zukommen.

Statt dir dies selbst auszurechnen, kannst du auch einfach einen Barf Fettrechner benutzen. Im Internet finden sich verschiedene solcher Rechner. Meinen Fettrechner findest du hier.

Wie erkenne ich den Fettanteil meines Muskelfleisches?

Es gibt tatsächlich Leute, die den Fettanteil des Fleisches erkennen können. Ich kann das leider nicht und kann dir deshalb nicht sagen wie das geht. Wenn du verpacktes Fleisch kaufts, ist auf der Verpackung aber angegeben, wie hoch der Fettgehalt des Fleisches ist. Schau dir die Deklaration einfach einmal genau an. Wenn du unverpacktes Fleisch im Barf Shop vor Ort oder beim Metzger kaufst, frag beim Einkaufen direkt nach. Hühnerfleisch hat meist nur einen sehr geringen Fetggehalt von 2 – 4%. Der Fettanteil bei Rindfleisch liegt in der Regel bei 4 -5%.

Fazit

Fettes Fleisch ist beim Barfen also nicht böse und erst recht nicht minderwertig. Wenn du darauf achtest, deinem Hund genug Fett zur Verfügung zu stellen, unterstützt du den Organsimus des Hundes und sorgst für eine bedarfsgerechte, gesunde Ernährung. Und möglicherweise hilfst du mit einem ausreichendem Fettgehalt deinem Hund dabei, sich endlich richtig satt zu fühlen.

 

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