Vorsicht mit dem Wundermittel Bierhefe

Bierhefe ist ein weit verbreitetes Nahrungsergänzungsmittel, dass nicht nur bei uns Menschen, sondern immer häufiger auch bei Hunden angewendet wird.

Titelbild - Wundermittel Bierhefe? Das solltest du bei der Fütterung von Bierhefe beachten

Eins vorweg: Ich möchte dir nicht davon abraten, deinem Hund Bierhefe zu füttern. Yuna bekommt sie auch (wieder) regelmäßig.
Wichtig bei der Gabe  ist es aber, nicht zu übertreiben und viel zu große Mengen zu füttern. Außerdem macht es Sinn, sich mit den möglichen Risiken und Nebenwirkungen der Bierhefe auseinanderzusetzen.

Was ist Bierhefe?

Bierhefe ist ursprünglich ein Abfallprodukt, das bei der Herstellung von Bier entsteht. Durch die Vermehrung der Hefepilze bei der Gärung ensteht eine schlammige Masse, die zahlreiche Vitamine und Nährstoffe enthält. Da die positive Wirkung sie zu einem beliebten Heilmittel gemacht hat, wird sie inzwischen in einem speziellen Gärungsverfahren hergestellt, ist also nicht mehr nur ein Abfallprodukt von Bier.

Die Bierhefe enthält zahlreiche Vitamine, speziell aus dem Viatmin B Komplex. Unter anderem enthält sie Vitamin B7, also Biotin. Darüber hinaus ist sie reich an Aminosäuren, Mineralstoffen und Spurenelementen. Hierunter Zink, Magnesium und Eisen.

Biotin stärkt die Fellstruktur und unterstützt eine gesunde Haut. In dem Artikel „Eier für den Hund?“ habe ich bereits einiges zu den Vorteilen von Biotin geschrieben. Biotin fördert ein glänzendes Fell und unterstützt eine gesunde Haut.

Wofür wird Bierhefe eingesetzt?

Bild Bierhefe Tabletten Bierhefe für den Hund - Bei was hilft BierhefeBierhefe kann bei verschiedenen Beschwerden als Nahrungsergänzung nicht nur beim Barfen eingesetzt werden. Sehr häufig wird sie zur Unterstützung beim Fellwechsel empfohlen.

Weitere Anwendungsgebiete sind:

  • Juckreiz, Ausschläge, Ekzeme und andere Hautprobleme
  • stumpfes Fell oder kahle Stellen im Fell
  • Leberprobleme
  • Magen- Darm Beschwerden

Darüber hinaus wird der Bierhefe eine zeckenabweisende Wirkung nachgesagt. Nachweise zur Wirksamkeit und eine Erklärung für diese Wirkweise habe ich bei meiner Recherche nicht gefunden. Dafür zahlreiche Erfahrungsberichte, die die Wirkung bestätigen. Ich könnte mir vorstellen, dass der Grund ähnlich ist wie bei Kokosöl. Eine sehr gesunde und starke Hautflora wirkt auf Zecken eher abschreckend.

Gibt es Nebenwirkungen?

Da es sich bei der Bierhefe um ein Naturprodukt handelt, wird häufig einfach davon ausgegangen, dass es keine Nebenwirkungen gibt. So einfach ist es leider nicht.

Da die Hefe ein Pilz ist, solltest du sie deinem Hund nicht zum Futter dazu geben, wenn er bereits an einer Pilzerkrankung leidet. Diese könnte dadurch verstärkt werden.

Einige Hundebesitzer berichten darüber hinaus von neu auftretenden Ohrenentzündungen, häufig in Form von Pilzinfektionen.

Auch gibt es einige Hunde, die allergisch auf die Bierhefe reagieren. Eine solche allergische Reaktion zeigt sich häufig in Form von Duchfall, Juckreiz  und geröteter Haut.

Wenn du Bierhefe als Nahrungsergänzungsmittel nutzen möchtest, solltest du also genau schauen, ob dein Hund Anzeichen von verstärktem Juckreiz, Durchfall oder Ohrproblemen zeigt. Solche Nebenwirkungen zeigen sich oft nicht sofort, sondern erst nach einigen Tagen.

Viele Hunde bekommen bei der Gabe von Bierhefe Blähungen. Dies muss nicht automatisch bedeuten, dass der Hund sie nicht verträgt. Blähungen sind oft auch ein Zeichen von Überdosierung.

Was passiert bei einer Überdosierung?

Eine Überdosierung muss sich nicht zwangsläufig negativ auswirken. Eine zu hohe Menge B-Vitamine wird in der Regel problemlos über den Urin ausgeschieden.
Bierhefe enthält jedoch unter anderem auch Phosphor. Sehr hohe Mengen Phosphor können zu einer Verschiebung des Calcium/Phosphor Verhältnisses in der Nahrung deines Hundes führen. Dadurch können Niere und Leber langfristig belastet werden und es kann sich auf die Knochendichte auswirken.

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit für gesundheitsgefährdende Nebenwirkungen gering ist, solltest du eine langfristige Überdosierung besser vermeiden.

Wie viel Bierhefe?

Als ich mich das erste Mal mit dem Thema beschäftigt habe, habe ich leider nichts zur richtigen Dosierung bei Hunden gefunden. Da Yuna extrem haart und früher auch sehr häufig starken Juckreiz hatte, wollte ich dieses Wundermittel aber trotzdem unbedingt probieren. Also habe ich den täglichen Bedarf für Menschen einfach auf Yunas Gewicht runtergerechnet. Das Resultat war, dass es dank übel riechender Blähungen ziemlich unangenehm war, sich mit ihr in einem Raum aufzuhalten.

Bierhefetabletten im Glas - So dosierst du Bierhefe für deinen Hund richtig

Ich habe dann die Menge reduziert und mich langsam rangetastet.

Inzwischen habe ich auf diversen Internetseiten, wie beispielsweise Hundefutter-Tests, mehrfach die folgende Dosierungsempfehlung gefunden:

5-10kg Körpergewicht: 1g/Tag

11-20kg Körpergewicht: 1,5g/Tag

21-40kg Körpergewicht: 2g/Tag

ab 41kg Körpergewicht: 3g/Tag

Diese Empfehlung habe ich dann mal mit unserer aktuellen Futtermenge verglichen. Yuna bekommt aktuell 2 Bierhefetabletten täglich, das ist knapp 1g. Bei einem Gewicht von 12,5kg. Also etwas unter den oben empfohlenen Werten.

Neben dem Gewicht des Hundes sind meiner Meinung nach auch die individuellen Bedarfe und vor allem das Futter ein wesentlicher Faktor für die richtige Dosierung.
Biotin bekommt Yuna bereits zusätzlich durch die Fütterung von einem rohen Eigelb in der Woche. B Vitamine sind auch in Leber und Niere enthalten. Verschiedene Spurenelemente bekommt sie durch die regelmäßige Gabe von Nüssen (die auch B Vitamine enthalten).

Durch diese anderen Futterkomponenten bekommt dein Hund also wahrscheinlich bereits einige der Nährstoffe, die in Bierhefe enthalten sind. Deshalb kann es meiner Meinung nach durchaus Sinn machen, bei der Dosierung etwas unter der Empfehlung zu bleiben.

Bierhefe als Kur oder dauerhaft zum Futter?

Viele empfehlen, Bierhefe nur als Kur über 4 bis 6 Wochen zum Futter dazu zu geben. Andere geben Bierhefe dauerhaft. Beide Varianten sind möglich. Gerade bei der dauerhaften Gabe von Bierhefe solltest du darauf achten, es nicht zu übertreiben und nicht zu viel Bierhefe zu füttern.

Ob die Wirkung von Zusätzen nachlässt, wenn diese dauerhaft gegeben werden, weil der Körper sich dann an die zusätzlichen Nährstoffe gewöhnt, ist umstritten.

Wenn dein Hund keine auffälligen Probleme hat, bei denen die Bierhefe hilft, würde ich wahrscheinlich eher dazu raten, sie nur kurweise zum Futter zu geben, zum Beispiel während des Fellwechsels.
Wenn dein Hund aber beispielsweise wie Yuna immer wieder Juckreiz oder Fellprobleme hat und die Bierhefe bei diesen Beschwerden hilft, würde ich sie dauerhaft geben um die Gesundheit deines Hundes zu unterstützen. Ständiger Juckreiz ist schließlich auch für die Hunde alles andere als angenehm.

Tabletten, Flocken oder Pulver

Bierhefe gibt es in verschiedenen Varianten. Als Tabletten, Flocken, Pulver. Du musst nicht unbedingt spezielle Bierhefe für Hunde kaufen, sondern kannst genauso gut die Nahrungsergänzung für uns Menschen kaufen. Du solltest darauf achten, dass keine Zusatzstoffe enthalten sind.

Für Yuna kaufe ich Sanotact Bierhefe-Tabletten*. 400 Stück (200g) kosten bei Amazon 7,62€. Ich hole die Tabletten meist in der Drogerie. Ob sie dort teurer oder günstiger sind kann ich gar nicht sagen. 400 Stück halten ja eine ganze Weile.
Yuna frisst die Tabletten so. Scheinen zu schmecken. Findet sogar die Katze, die sonst äußerst mäkelig ist.
Wenn dein Hund die Tabletten nicht so einfach akzeptiert, kannst du es auch mit Pulver versuchen. Entweder übers Futter oder zum Beispiel mit etwas körnigem Frischkäse gemischt. Bierhefepulver gibt es beispielsweise von Lunderland*.

Zum Schluss vielleicht noch etwas zur Wirkung bei uns: Gegen unser Fusselproblem hat die Bierhefe leider bisher nicht geholfen, Yuna haart immer noch alles voll. Auffälligen Juckreiz hat sie nicht mehr. Da wir gerade erst wieder angefangen haben Bierhefe regelmäßig zu füttern und aktuell nicht wirklich Zeckenzeit ist, kann ich nichts zur zeckenabweisenden Wirkung sagen. Das wird sich dann ab nächstem Frühling zeigen.

 

 

Werbung
EBook Schritt für Schritt zum individuellen Futterplan

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.