Sodbrennen beim Hund – was hilft?

Sodbrennen ist wohl eine der am häufigsten vorkommenden Wohlstandserkrankungen bei uns Menschen. Aber immer häufiger betrifft Sodbrennen auch Hunde. Woran kann das liegen? Und vor allem:  Was kann man dagegen tun, wenn der eigene Hund unter Sodbrennen leidet?

Titelbild Sodbrennen beim Hund

 

Insgesamt scheint die Zahl der Hunde, die unter Sodbrennen leiden, in den letzten Jahren zunehmend anzusteigen. Besonders häufig betroffen sind dabei scheinbar Hunde die gebarft werden. Da auch Yuna immer wieder betroffen ist und mit dem Brennen im Hals zu kämpfen hat, beschäftigt mich dieses Thema schon länger.

Ist dein Hund auch betroffen? Zeigt er Anzeichen für Sodbrennen? Und was kannst du tun, damit die Beschwerden verschwinden?

So erkennt man Sodbrennen beim Hund

Leider können unsere Hunde uns nicht direkt mitteilen, wenn es ihnen nicht gut geht und auch ihre Beschwerden nicht klar mitteilen. Deshalb liegt es an uns Haltern, unsere Hunde genau zu beobachten, um die Anzeichen für Sodbrennen wahrzunehmen.

Das wohl bekannteste Anzeichen für Sodbrennen beim Hund sind die sogenannten „licky fits“, also Leckanfälle. Die Hunde versuchen das Brennen im Hals zu lindern, indem sie wie getrieben alles ablecken. Vom Fußboden, über Kisen, Möbel, Wände, Artgenossen, Menschen sich selbst. Wer seinen Hund während eines solchen Anfalls schon einmal gesehen hat, geht sicher davon aus, dass es dem Hund alles andere als gut geht.

Neben diesen Leckanfällen gibt es aber noch jede Menge andere Anzeichen, die auf Sodbrennen hinweisen können.
Dazu gehören:

 

  • Leer schlucken
  • Schmatzen
  • Starkes speicheln
  • Aufstoßen
  • Würgen
  • Maul aufreißen
  • Unruhe
  • Erbrechen von weißem Schaum
  • Erbrechen von gelbem „Schleim“
  • Hektisches Gras fressen
  • Appetitlosigkeit

Die Symptome können sofort nach dem Fressen oder aber Stunden später auftauchen. In der Regel zeigen Hunde nur einzelne der oben genannten Symptome. Die Anzeichen deuten nicht automatisch auf Sodbrennen hin. Viele dieser Verhaltensweisen können ihre Ursache auch in anderen Beschwerden haben (Stress, eine Magenreizung, Zahnschmerzen, etc.).

Bei Yuna zeigt sich das Sodbrennen durch, bisher nur leichte, Schleckanfälle, Maul aufreißen, hektischem Gras fressen und teilweise durch Erbrechen. Also schon ziemlich viele der Anzeichen für Sodbrennen. Anfangs konnte ich dieses Verhalten nicht einordnen bin aber bei meiner Recherche ziemlich schnell auf Sodbrennen als Ursache gestoßen.

Wie entsteht Sodbrennen beim Hund?

Bevor ich dir die möglichen Ursachen für Sodbrennen bei unseren Vierbeinern vorstelle, kurz etwas dazu, was Sodbrennen eigentlich ist.
Beim Sodbrennen gelangt Magensäure in die Speiseröhre. Diese Säure reizt die empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre – es kommt zu einem Brennen im Bereich des oberen Magens bis in den Rachen. Grund für diesen Rücklauf der Magensäure in die Speiseröhre ist, das der obere Schließmuskel, der dafür sorgen soll, das Nahrungsbrei und Magensäure im Magen bleiben, nicht richtig schließt. Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Anders als bei uns Menschen kommt hinzu, das die Speiseröhre beim Hund nicht wie bei uns von oben nach unten zum Magen führt. Beim Hund verläuft die Speiseröhre horizontal und befindet sich auf gleicher Höhe wie der Magen. Dies vereinfacht den Rücklauf der Nahrung oder der Magensäure in die Speiseröhre.

Die Magensäure von Hunden hat einen niedrigeren PH Wert als die nicht gebarfter Hunde. Sie ist also saurer und greift die Schleimhaut der Speiseröhre stärker an als weniger saure Magensäure. Das kann eine Erklärung dafür sein, weshalb gebarfte Hunde scheinbar noch häufiger betroffen sind, als nicht gebarfte Hunde. Ihre Magensäure ist deutlich aggressiver, sodass schon kleine Mengen Magensäure, die zurück in die Speiseröhre gelangen starke Reizungen und Symptome verursachen können.

Sodbrennen wegen zu viel Magensäure?

Bei Sodbrennen wird in der Regel davon ausgegangen, dass zu viel Magensäure vorhanden ist. Hiergegen wird in der Regel auch behandelt. Es wird also, mit entsprechendem Futter oder auch mit Medikamenten,  versucht die Magensäureproduktion des Hundes runter zu regulieren.
Das kann die Symptome jedoch möglichweise sogar verschlimmern. Neben zu viel Magensäure ist bei Hunden das Problem häufig auch zu wenig Magensäure. Die Anzeichen für Sodbrennen sind leider sowohl bei zu viel als auch bei zu wenig Magensäure größtenteils identisch. Zusätzliche Symptome, die auf zu wenig Magensäure hinweisen können leichte Durchfälle, analer Juckreiz oder ein Befall mit Hefepilzen sein. Einen sehr guten Artikel zu der Problematik von zu wenig Magensäure findest du auf dem Blog Barfen mit Plan.

Gründe für Sodbrennen – und was du dagegen tun kannst

Stress als Auslöser

Einer der häufigsten Gründe für Sodbrennen beim Hund ist Stress. Tatsächlich kann ich dieses Problem auch bei Yuna immer wieder erkennen.

Viel zu tun, möglicherweise noch eine unangenehme Hundebegegnung, wenig Zeit zu entspannen und hohe Erwartungen an den Hund? Das steigert die Gefahr von Sodbrennen. Die Lösung für dieses Problem ist naheliegend, allerdings leider oft nicht ganz so leicht umzusetzen: Stress rausnehmen.
Yuna geht in solchen Phasen seltener mit zur Arbeit, beim spazieren gehen wählen wir bekannte Strecken, lassen uns viel Zeit, vermeiden zu große Hundeansammlungen. Wenn dein Hund Anzeichen von Sodbrennen zeigt lohnt es sich also genau hinzuschauen: Was war in letzter Zeit anders? War besonders viel zu tun oder war zuhause gerade besonders viel Unruhe? Was setzt deinen Hund unter Stress? Und was hilft ihm zu entspannen? Auch positiver Stress, also zum Beispiel ein Urlaub, aufregender Besuch von Mensch oder Hund oder einfach viele spannende Aktivitäten können auf den Magen schlagen und für Sodbrennen sorgen.

Weitere Gründe für Sodbrennen

Eine zu schnelle Futterumstellung kann Sodbrennen auslösen. Der Magen ist von dem neuen Futter überfordert, die Magensäure ist noch nicht sauer genug, kann das Futter also nicht verdauen, der Nahrungsbrei bleibt länger im Magen. Durch Gärvorgänge bilden sich Gase, die dafür sorgen, dass Magensäure oder Magenbrei zurück in die Speiseröhre gelangen.

Zeigt dein Hund während einer Futterumstellung Anzeichen von Sodbrennen macht es Sinn, bei der Umstellung nochmal einen Schritt zurück zu gehen und die Futterumstellung langsamer anzugehen. In einem anderen Artikel habe ich die 3 häufigsten Fehler bei der Umstellung auf Barf schon einmal beschrieben.

Wenn dein Hund auch nach der Futterumstellung noch Symptome hat, kann der Grund auch eine Allergie oder Unverträglichkeit auf Futterbestandteile sein.

Zu fettiges Futter, zu viel Getreide, Gewürze, zu warmes oder zu kaltes Futter kann ebenfalls zu Sodbrennen führen.

Bei barfen kann die Fütterung von Eierschalenpulver oder Calciumcarbonat als Ersatz für RFK zu Sodbrennen führen. Durch die Verbindung von Calciumcarbonat mit der Magensäure entsteht Kohlensäure. Diese kann nach oben steigern, bzw. „sprudeln“ und dadurch kleine Mengen Magensäure in den Säurebläschen mit in die Speiseröhre aufsteigen lassen.

Feste Fütterungszeiten führen bei einigen Hunden zu einer falschen Erwartungshaltung. Eigentlich produziert der Magen des Hundes erst dann Magensäure, wenn der Hund Nahrung zu sich nimmt. Wenn also im Magen Nahrung ankommt. Durch feste Fütetrungszeiten kann es passieren, das schon vor dem Füttern Magensäure produziert wird. Diese Magensäure hat dann jedoch nichts zu verdauen und reizt die Magenschleimwände und löst Sodbrennen aus.

Schlussendlich können auch andere Grunderkrankungen, wie beispielsweise eine Magenentzündung, ein gestörter Hormonhaushalt oder aber Nebenwirkungen verabreichter Medikamente Auslöser für die Probleme deines Hundes sein.

Die vielen möglichen Ursachen für Sodbrennen machen es so schwierig die Ursache zu finden und darauf aufbauend geeignete Methoden zu finden, um deinen Hund von dem unangenehmen Brennen im Hals zu befreien.

Warum ein Futtertagebuch bei Sodbrennen Sinn macht

Um herauszufinden, wo die Beschwerden deines Hundes herkommen enpfehle ich dir, eine zeitlang ein Futter- bzw. Schmerztagebuch zu führen.

Schreib dir auf wann es welches Futter gab (auch Leckerlies und Kausnacks) und wann welche Symptome aufgetreten sind. Zusätzlich solltest du Besonderheiten festhalten, speziell an den Tagen an denen dein Hund Symptome zeigt. Kam das Futter beispielsweise direkt aus dem Kühlschrank? Wart ihr vorher lange unterwegs, war an dem Tag etwas besonderes? Gab es neben den Sodbrennen Symptomen andere Auffälligkeiten deines Hundes (jucken, kratzen, verstärkte Schreckhaftigkeit, Unaufmerksamkeit,…)?

Solch eine Tagebuch kann dir dabei helfen, die Auslöser der Beschwerden herauszufinden. Außerdem kannst du damit gleichzeitig aufzeichnen, welche Mittel zur Linderung du bereits getestet hast und ob diese gewirkt haben.

Das hilft gegen Sodbrennen beim Hund!

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, deinem Hund Linderung zu verschaffen.

Die meisten davon wirken, wie oben schon einmal erwähnt, gegen zu viel Magensäure.
Wenn sich bei deinem Hund durch die Hausmittel die Symptome des Sodbrennens verstärken, deutet das auf einen Magensäuremangel hin.

Eines der oben genannten Symptome ist gleichzeitig eine sehr effektive Möglichkeit der Hunde, das Brennen im Hals zu lindern.
Gras fressen. Durch das Gras fressen wird die Magensäure gebunden, das gemahlene Gras schützt die Schleimhaut und „schiebt“ eventuell in der Speiseröhre befindlichen Nahrunsgbrei oder Magensaft weiter in den Magen. Außerdem hilft das Gras den Hunden sich zu übergeben und den Nahrungsbrei, beziehungsweise das Zuviel an Magensäure so loszuwerden.

Das hilft bei zu viel Magensäure

Um zu viel Magensäure zu binden können auch kleine Zwischensnacks, ein paar Leckerlies oder ein Stück trockenes Brot helfen. Auch kleinere, über den Tag verteilte Futterportionen verschaffen einigen Hunden Linderung. Bei manchen hilft im Gegensatz dazu auch eine große Fütterung einmal täglich (bestenfalls zu unterschiedlichen Tageszeiten und ohne vorherige Rituale).

Joghurt oder Hüttenkäse beruhigen die gereizte Schleimhaut, wirken also gegen die Symptome des Sobrennens. Dies funktioniert teilweise auch mit Geüsebrei oder Tee (hier vor allem Fenchel oder Anis).

Viel trinken verdünnt die Magensäure und kann so ebenfalls die Symptome verringern.

Neben diesen einfachen Futtermitteln gibt es auch Heilmittel, die gegen das Sodbrennen helfen. Hier haben sich vor allem Heilerde und Ulmenrinde (slippery elm bark) bewährt.
Die Ulmenrinde wirkt schleimbildend, erzeugt also einen Schutzschild für die Schleimhaut. Darüber hinaus wirkt sie entzündungshemmend.
Heilerde bindet die überschüssige Magensäure und verhindert so ebenfalls, dass diese die Schleimhaut reizt.
Sowohl die Ulmenrinde, als auch die Heilerde sollten in einigem zeitlichen Abstand vor der Fütterung gegeben werden. Die Heilerde würde sonst neben der Magensäure auch Vitamine und Nährstoffe binden.

Wenn Yuna unter Sodbrennen leidet, hat sich bei uns etwas Heilerde mit Joghurt vermengt als Erste Hilfe Mittel zur Beruhigung des Magens bewährt. Dank des Joghurts gibt es auch keine Probleme damit, das sie das trockene Pulver nicht frisst.

Wenn dein Hund dauerhaft unter Sodbrennen leidet, solltest du das ganze vom Tierarzt abklären lassen. Auch wenn Heilerde und Ulmenrinde natürliche Heilmittel sind, sind auch sie nicht für eine dauerhafte, tägliche Gabe gedacht. Sie lindern die Symptome. Bei dauerhaftem Sodbrennen sollte aber unbedingt auch nach der Ursache der Probleme gesucht und diesen entgegengewirkt werden.

Das hilft bei zu wenig Magensäure

Bei zu wenig Magensäure würde eine Gabe von Heilerde die Problematik eher verschlimmern.
Stattdessen wird in diesem Fall empfohlen, dem Hund Bitterstoffe zu füttern um die Magensäureproduktion anzuregen. Bitterstoffe sind beispielsweise vermehrt in Chicoree oder Endividensalat enthalten. Wenn dein Hund also wegen zu wenig Magensäure an Sodbrennen leidet, probiere am besten einmal aus, diese Salatsorten in der Obst/ Gemüsemischung zu nutzen.

Fazit Sodbrennen beim Hund

Es gibt zahlreiche Gründe für Sodbrennen beim Hund. Je nachdem, woher die Beschwerden deines Hundes kommen, helfen unterschiedliche Dinge.

Wichtig ist es herauszufinden woher die Beschwerden kommen und an den Ursachen zu arbeiten.
In akuten Situationen oder bei einmaligen „Brennattacken“ helfen Joghurt oder Quark die Symptome zu  lindern.
Dauerhaft  kann Sodbrennen aber zu weiteren Erkrankungen führen (Schädigung der Speiseröhre, chronische Magenentzündungen, -reizungen), weshalb du dich bei ständigem Sodbrennen unbedingt auf Ursachenforschung begeben solltest.

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