Warum du beim Barfen keine Komplettpulver nutzen solltest

Jeder Barf Shop bietet sie inzwischen an – Komplettpulver als Ergänzung für die Barf Mahlzeit deines Hundes. Ob Welpenzusätze, Komplettpulver für gesunde Gelenke, zur Stärkung des Immunsystems oder zur Unterstützung des Magen-Darm Systems.

Nicht nur für Anfänger, die gerade erst anfangen sich mit dem Thema Barf auseinanderzusetzen entsteht so schnell Unsicherheit.

Löffel mit Komplettpulver

Braucht man diese Pulver? Und wenn ja, welches nimmt man am besten? Schließlich will niemand schuld daran sein, dass der eigene Hund nicht rundum versorgt ist und ihm wichtige Vitamine fehlen.

Barfen ohne Komplettpulver

Wenn du ordentlich barfst, also deinem Hund alle wichtigen Futterkomponenten fütterst und für ausreichend Abwechslung sorgst, benötigst du keine Komplettpulver.

Meiner Meinung nach ist der große Markt der Komplettpulver, dem wir uns aktuell gegenübersehen, aus zwei Gründen enstanden:

1. Immer mehr Hundehalter barfen ihre Vierbeiner, weshalb der Markt rund um das Barfen immer größer wird. Wo man früher in der Metzgerei günstig Fleischreste für den Vierbeiner bekommen hat gibt es jetzt teilweise eigene „Tierfutterabteilungen“, in denen das gleiche Fleisch fast genauso teuer ist wie das für den menschlichen Verzehr. Und auf so einem großen Markt wollen natürlich auch die Futtermittelhersteller verdienen. Wie ginge das besser als mit einem großen Angebot verschiedener Komplettpulver, die den zweiten Grund bedienen, nämlich

2. Die Angst von uns Hundehaltern, unser Hund könnte nicht optimal versorgt sein. Und dem Wunsch unseren Hund perfekt zu füttern. Schließlich wollen wir alle, dass unser Hund gesund bleibt uns uns möglichst lange auf unserem Weg begleitet. Und Horrorgeschichten von Hunden, die falsch gebarft wurden und deshalb krank wurden gibt es zuhauf. Das wird einem jeder Tierarzt bestätigen.

Warum Komplettpulver beim Barfen deinem Hund eher schaden als nützenKomplettpulver – eher schädlich als nützlich

Wenn du dir den Ursprung des Barfens anschaust, geht es dabei um die artgerecht, möglichst natürliche Fütterung des Hundes. Viele Hundehalter kommen zum Barfen, da sie von industriell hergestelltem Fertigfutter mit diversen chemischen Zusätzen weg möchten und ihren Hund möglichst unbehandeltes Futter anbieten möchten.
Komplettpulver sind jedoch häufig alles andere als natürlich, sondern scheinen häufig den Inhaltsstoffen der industriell hergestellten Fertigfutter nachempfunden zu sein.

Je nach Anbieter unterscheiden sich die Qualitäten der Komplettpulver stark. Hast du bei den Komplettpulvern schon einmal auf die Inhaltsstoffe geachtet? Mir ist bereits häufig aufgefallen, dass die Angabe der Inhaltsstoffe oft nur sehr schwammig ist und wahrscheinlich gerade so der Kennzeichnungspflicht entspricht. In den seltensten Fällen findest du auf der Verpackung Informationen über die Verteilung der Inhaltsstoffe und die genauen Mengen.

Warum sollten wir die anderen Futterkomponenten der Barf Mahlzeiten unseres Hundes berechnen, um den Bedarf des Hundes zu decken und gleichzeitig Komplettpulver füttern, bei denen wir überhaupt keine Ahnung haben was darin enthalten ist? Allein das schreckt mich persönlich davon ab, Komplettpulver zu füttern.

Komplettpulver – Überschneidungen mit anderen Barf Zusätzen

Ein weiterer wichtiger Punkt, der gegen die Verwendung von Komplettpulvern spricht ist der, dass diese Inhaltsstoffe enthalten, die dein Hund bereits durch die reguläre Barf Fütterung bekommt. Vitamin A erhält dein Hund beispielsweise durch Leber, Vitamin D durch die wöchentliche Fütterung von Lachs oder Forelle. Weshalb solltest du dann zusätzlich noch mehr dieser Vitamine durch die Beigabe eines Komplettpulvers zuführen? Da die genaue Menge der enthaltenen Vitamine meist nicht angegeben ist, weißt du nicht einmal wieviele Vitamine du deinem Hund zusätzlich fütterst. Im Zweifelsfall riskierst du damit eine Überversorgung.

Ein besonderes Problem sehe ich zum Beispiel auch darin, dass immer mehr Komplettpulver verkauft werden die Seealgenmehl enthalten. Beim Barfen immer wieder darauf hingewiesen wird, wie wichtig die genaue Dosierung von Seealgenmehl ist und dieses sogar mit einer Feinwaage abgewogen werden sollte um keine Jod- Unterversorgung aber auch keine Überversorgung zu riskieren. Die Komplettpulver enthalten dann aber eine unbekannte Menge Seealgenmehl. Häufig wird dies noch zusätzlich zur normalen Seaalgenmehlgabe gefüttert. Das kann dann in vielen Fällen zu einer Überversorgung mit Jod führen, was die Schilddrüse des Hundes langfristig schädigen kann.

Was ist die Alternative zum Komplettpulver?

Da Komplettpulver eine eher neue Erscheinung sind, benötigen sie eigentlich keine wirkliche Alternative. Die „Alternative“ sollte der individuelle Blick auf deinen eigenen Hund sein. Und wie beim restlichen Futter auch die individuelle Zusammensetzung notwendiger Zusätze.

Einige Hunde und bestimmte Rassen sind anfälliger für Erkrankungen. Hunde, die beispielsweise zu Gelenkprobleme neigen, können von der Fütterung entsprechender gelenkunterstützender Zusätze profitieren. Statt einfach zu einem Komplettpulver zu greifen, das angeblich die Gelenke stärkt solltest du dich lieber intensiver mit dem Thema auseinandersetzen und die Zusätze individuell für deinen Hund zusammenstellen. Je nachdem was er braucht. Durch dieses Vorgehen bekommt dein Hund genau die Zusätze, die ihm wirklich nutzen. Außerdem vermeidest du eine Überversorgung mit Vitaminen oder anderem, das bereits im Futter enthalten ist. Durch das Zufüttern einzelner Komponenten kannst du diese auch passgenau dosieren.

Dein Hund benötigt also definitiv keine Komplettpulver. Lass dich durch die Fülle auf dem Markt nicht verunsichern und passe das Futter und die Zusätze lieber ganz individuell auf deinen Hund an.

 

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Schritt für Schritt zum individuellen Futterplan beim Barfen

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