Blut füttern beim Barfen?

Wenn wir unsere Hunde barfen, richten wir uns dabei grob nach dem Schema eines Beutetieres.
Und zum Beutetier gehört auch Blut.

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Aber wieviel Blut sollte man beim Barfen füttern? Muss es zwingend Blut sein oder kann man das auch irgendwie ersetzen?
Weil es rund um das Thema viele Unsicherheiten gibt, heute von mir einige Infos, wie du Blut füttern solltest, wozu es gut ist aber auch wie du es beim Barfen ersetzen kannst.

Blut füttern – Unterschätzer Nährstofflieferant

Stark vereinfacht ausgedrückt, hat Blut im Körper die Aufgabe, Nährstoffe durch den Organismus zu schleusen und alle Teile des Körpers mit allen lebensnotwendigen Stoffen zu versorgen.
Darum ist Blut beim Barfen eine gute Idee - Textbanner, brauner Hund auf SteinpfadDas Blut selbst enthält enorm viel Eisen. Außerdem verschiedene weitere Mineralien, Spurenelemente und Vitamine. Speziell Natrium, Zink, Kupfer und diverse B Vitamine.

Eine gute und ausführliche Übersicht, welche Nährstoffe im Blut vorhanden sind, bekommst du auf der Seite Nährwertrechner.de.

Muss Blut füttern wirklich sein?

Fast alle Nährstoffe, die das Blut enthält, finden sich beim Barfen auch in anderen Futterkomponenten, speziell in den Innereien. Diese enthalten ebenfalls Eisen, Zink oder Kupfer.
Natrium nimmt der Hund hauptsächlich über Blut auf.
Wenn du kein Blut fütterst, weil dein Hund es nicht verträgt oder du das Füttern von Blut nicht über dich bringst, solltest du eine andere Natriumquelle nutzen.
Am besten nutzt du hierfür unjodiertes Salz. Beim Füttern von Salz gibt es keine ganz genaue Mengenangabe. Bei der Recherche wirst du immer wieder die Empfehlung „einer Prise“ bekommen. Da ich mit solchen Mengenangaben immer so gar nichts anfangen kann habe ich so lange recherchiert bis ich endlich eine genauere Mengenangabe gefunden habe. Laut dieser solltest du 1g Salz pro 10kg Körpergewicht in der Woche rechnen. Dabei musst du es allerdings nicht zu genau nehmen, was wahrscheinlich der Ursprung der weit verbreiteteten „Prisen-Mengenangabe“ ist. Etwas mehr oder weniger Salz schadet deinem Hund nicht. Viel wichtiger ist, das richtige Salz zu nutzen. Es sollte ohne Jodzusatz und nicht behandelt sein. Häufig genutzt werden beispielsweise Himalayasalz, Steinsalz oder Meersalz.
Wenn du Salz statt Blut fütterst deckst du auf diese Weise den Natriumbedarf deines Hundes. Die anderen Mineralien und Spurenelemente, die das Blut enthält, fallen weg. Dein Hund wird dadurch in aller Regel keinen Mangel bekommen, da die anderen Nährstoffe auch in weiteren Futterkomponenten enthalten sind.
Ich kann dir nur trotzdem raten, dich mit dem Blut füttern auseinander zu setzen und es einmal zu versuchen.
Wenn du kein Blut füttern möchtest oder dein Hund es nicht verträgt, kann es Sinn machen dich nochmal mit dem Füttern von Nüssen und Kernen auseinaderzusetzen. Auch diese enthalten viele Mineralien und Spurenelemente. Nüsse sind natürlich auch toll wenn dein Hund Blut bekommt.

Die richtige Dosierung von Blut

Beim Füttern von Blut gibt es einen großen Vorteil – du musst es mit der Menge nicht ganz so genau nehmen. Da der Großteil der Nährstoffe und Vitamine im Blut auch in anderen Futterbestandteilen enthalten ist (von Natrium mal abgesehen), dient das Blut zur zusätzlichen Nährstoffversorgung.
Als Richtwert kannst du 50ml Blut pro kg gefüttertem Muskelfleisch nehmen.

Yuna bekommt knapp 3,3kg Muskelfleisch in 4 Wochen. Das wären 165ml Blut. Ich kaufe Blut als gefrorene Taler oder friere es selbst in Eiswürfelformen ein. Je nachdem wie schwer diese Taler oder Eiswürfel dann sind, gibt es hier in 4 Wochen grob 150-180ml Blut.

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Blut ist zwar flüssig, gerinnt aber im Kontakt mit Luft sehr schnell. Das ist erstmal kein Problem. Du kannst problemlos auch geronnenes Blut füttern, es ist genauso gut wie flüssiges Blut. Es lässt sich jedoch deutlich schlechter portionieren und es gibt einige Hunde, die geronnenes Blut nicht fressen. Eine Möglicheit ist, das Blut einmal gut durchzurühren oder wenns es stark geronnen ist pürieren.
Wenn du das Barf für deinen Hund in Online Shops kaufst, bekommst du häufig kein reines, flüssiges Blut. Das Blut wird oft mit Zusätzen versetzt – entweder um es flüssig zu halten und das Gerinnen zu verhindern, häufiger jedoch um es zu binden. Oft wird dem Blut Gelatine, Agar Agar oder ähnliches zugesetzt, wodurch eine breiige, zähflüssige Masse entsteht. Meiner Meinung nach eher unpraktisch beim Abfüllen aber nicht problematisch.

Statt flüssigem Blut, kannst du inzwischen auch immer häufiger Blutmehl oder Blutpulver kaufen. Das Pulver oder Mehl wird aus Blut hergestellt, enthält also die Nährstoffe und Mineralien. Wenn du dich dazu entscheidest, Blut in getrockneter Form zu füttern achte beim Einkauf darauf, dass nicht noch weitere Zusätze enthalten sind.

Text: So dosierst du Blut, Hundewelpe auf Wiese

Wann du kein Blut füttern solltest

Es gibt Hunde, die Blut nicht vertragen. Generell solltest du natürlich Blut von Tieren füttern, von denen du auch Fleisch, Knochen, etc fütterst. Blut von Tieren, gegen die dein Hund allergisch ist, ist nicht geeignet.

Hunde die Blut nicht vertragen reagieren oft mit dünnem Stuhl, Durchfall oder Erbrechen.
Sollte dein Hund diese Symptome zeigen, solltest du überprüfen, ob die gefütterte Blutmenge stimmt oder ob du möglicherweise zu viel Blut auf einmal gefüttert hast. Außerdem solltest du sicherstellen, dass das Blut noch gut ist.
Als ich angefangen habe Blut zuu füttern, hatte ich das Gefühl das Yunas Futter durch das Blut stinkt. Wenn man es nicht gewöhnt ist, ist der Eisengeruch des Blutes ziemlich stark. Inzwischen rieche ich es gar nicht mehr. Dass das Blut nach Eisen riecht ist völlig normal. Blut das schlecht geworden ist, stinkt richtig unangenehm. Dann natürlich entsorgen.

Wenn das nicht hilft und dein Hund Blut nicht verträgt dann füttere stattdessen Salz.

Und als letzter Tipp für diejenigen, deren Hunde Blut vertragen aber sonst gerne mal mäkeln: Bei manchen Hunden hilft etwas Blut in der O/G Mischung, damit der Hund auch diese ohne Probleme frisst.

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